Was ist Olivenöl?
Olivenöl wird aus dem Fruchtfleisch der Olive (Olea europaea) gepresst – ein Pflanzenöl mit einer der längsten Nutzungsgeschichten der Menschheit. Seit mehr als 5.000 Jahren wird die Olive im Mittelmeerraum kultiviert; Olivenöl ist eines der ältesten dokumentierten Lebensmittel überhaupt und zentrales Element der Mittelmeerdiät.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzenölen, die aus Samen gepresst werden, wird Olivenöl aus dem ölhaltigen Fruchtfleisch der Olive gewonnen. Dies erklärt den deutlich anderen Charakter – sowohl geschmacklich als auch in der Zusammensetzung.
Herstellung: Kaltpressung und Qualitätsstufen
Kröpfel Olivenöl wird kaltgepresst – der erste Pressdurchgang der frischen Oliven bei niedrigen Temperaturen (max. 27 °C) ergibt das qualitativ hochwertigste Öl. Es entspricht der Qualitätsstufe „natives Olivenöl extra“ (extra virgin olive oil): ausschließlich durch mechanische Verfahren gewonnen, ohne chemische Behandlung, ohne Wärmezufuhr.
Zum Vergleich die offiziellen Qualitätsstufen:
– Natives Olivenöl extra: höchste Qualität, max. 0,8 % freie Fettsäuren, Kaltpressung
– Natives Olivenöl: max. 2 % freie Fettsäuren
– Olivenöl (raffiniert): chemisch oder thermisch behandelt, neutral im Geschmack
Inhaltsstoffe und Fettsäureprofil

Olivenöl hat ein von anderen Pflanzenölen deutlich abweichendes Fettsäureprofil:
Fettsäureprofil:
- Ölsäure (Omega-9, einfach ungesättigt): 65–80 % – Hauptfettsäure, macht Olivenöl hitzebeständiger als andere kaltgepresste Öle
- Linolsäure (Omega-6): 5–15 %
- Gesättigte Fettsäuren: ca. 12–18 % (Palmitinsäure, Stearinsäure)
- Alpha-Linolensäure (Omega-3): ca. 0,5–1,5 %
Besondere Inhaltsstoffe:
- Polyphenole: insbesondere Oleocanthal, Oleuropein und Hydroxytyrosol – verantwortlich für den charakteristischen Schärfe- und Bittereindruck im Hals bei qualitativ hochwertigem Olivenöl
- Vitamin E: natürliche Tocopherole
- Squalen: ein natürlicher Kohlenwasserstoff
- Chlorophyll
Funktion im Körper
Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen. Dieser EU-weit zugelassene Health Claim (Verordnung EU 432/2012) gilt für natives Olivenöl extra mit einem Polyphenolgehalt von mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und seinen Derivaten pro 20 g Olivenöl.
Der Ersatz gesättigter Fettsäuren durch einfach und/oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Ernährung trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei.
Vitamin E, das in Olivenöl natürlich vorkommt, trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Die einfach ungesättigte Ölsäure (Omega-9) macht Olivenöl im Vergleich zu anderen kaltgepressten Ölen relativ hitzebeständig. Sie ist keine essenzielle Fettsäure – der Körper kann sie selbst synthetisieren – aber ein wichtiger Energielieferant und Bestandteil von Zellmembranen.
Geschmack und Verwendung in der Küche
Kaltgepresstes Olivenöl hat ein ausgesprochen vielschichtiges Geschmacksprofil: mild-fruchtig, leicht bitter und mit einem typischen Kratzgefühl im Hals – dem sogenannten „Pungenz“, das auf den Polyphenolgehalt (insbesondere Oleocanthal) hinweist. Je höher der Polyphenolgehalt, desto intensiver das Kratzgefühl – ein Qualitätsmerkmal bei hochwertigem Olivenöl.
Im Gegensatz zu Leinöl, Hanföl oder Schwarzkümmelöl kann Olivenöl auch für die warme Küche verwendet werden – sein hoher Ölsäuregehalt macht es bei moderaten Temperaturen (bis ca. 180 °C) stabil.
Verwendungsideen:
- Kalte Küche: über Salate, Tomaten, Mozzarella – unverfälschtes Aroma
- Warme Küche: zum Anschwitzen von Gemüse und Zwiebeln, zum Dünsten bei moderater Hitze
- Als Basis für Pestos, Aioli und Saucen
- In Marinaden für Fleisch, Fisch und Gemüse
- Pur auf gutem Brot – mit etwas Salz und Rosmarin
- In selbst gemachten Dressings
- Als Abschluss über fertige Suppen und Pasta gegossen
Lagerung und Haltbarkeit
Olivenöl sollte kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahrt werden. Ungeöffnet hält es 18–24 Monate. Nach dem Öffnen innerhalb von 2–3 Monaten aufbrauchen. Im Kühlschrank kann Olivenöl ausflocken oder trüb werden – das ist ein natürlicher Effekt und kein Qualitätsmangel; bei Zimmertemperatur wird es wieder klar.
Häufige Fragen zu Olivenöl
Was bedeutet „kaltgepresst“ bei Olivenöl und was ist der Unterschied zu „nativ extra“?
„Kaltgepresst“ beschreibt das mechanische Pressverfahren ohne Wärmezufuhr (max. 27 °C). „Nativ extra“ ist eine EU-Qualitätsstufe, die zusätzlich chemische und sensorische Mindestanforderungen definiert: max. 0,8 % freie Fettsäuren, einwandfreier Geschmack und Geruch, ausschließlich mechanische Gewinnung. Kröpfel Olivenöl ist kaltgepresst und erfüllt die Anforderungen von nativem Olivenöl extra.
Warum kratzt hochwertiges Olivenöl im Hals?
Das charakteristische Kratzgefühl im Hals beim Schlucken von Olivenöl entsteht durch Oleocanthal – einen natürlichen Polyphenol, der ausschließlich in Olivenöl vorkommt. Es ist ein Qualitätsmerkmal: Je stärker der Kratzreiz, desto höher in der Regel der Polyphenolgehalt. Raffiniertes Olivenöl und minderwertige Öle haben diesen Effekt nicht mehr.
Kann Olivenöl zum Braten verwendet werden?
Ja, natives Olivenöl extra eignet sich zum Braten und Dünsten bei moderaten Temperaturen (bis ca. 160–180 °C). Der hohe Ölsäuregehalt (ca. 65–80 %) macht es hitzebeständiger als Öle mit hohem Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Zum scharfen Anbraten oder Frittieren bei sehr hohen Temperaturen sind speziell hocherhitzbares Rapsöl oder Sonnenblumenöl (mit hohem Ölsäuregehalt) besser geeignet.
Warum trübt Olivenöl im Kühlschrank?
Olivenöl beginnt bei Temperaturen unter ca. 10–12 °C zu kristallisieren oder auszuflocken – ein rein physikalischer Effekt der natürlichen Fettsäuren. Das Öl wird trüb oder zähflüssiger, was weder Qualitätsmangel noch Fehlentwicklung ist. Bei Zimmertemperatur klart es wieder vollständig auf.
Kröpfel Olivenöl – kaltgepresst, mild-fruchtig, für kalte und warme Küche. Familienbetrieb seit 1922.